1961

Anlässlich der 100. Jungbürgerfeier im Bezirk macht man sich Gedanken über die Jugend: Viele, ja allzuviele unserer Jugendlichen zeigen alle Anzeichen einer Übersättigung und einer Müdigkeit, die mit dem Geburtsjahr nicht in Einklang zu bringen ist. Die Teilnahmslosigkeit ist eine Epidemie und die Gleichgültigkeit gegenüber dem öffentlichen Geschehen strebt einem bedenklichen Höhepunkt zu. Es ist ein ernstes Zeichen, wenn in einer Gemeinde, die viel für die Jugend getan hat, von 15 Jugendlichen, die vom Bürgermeister schriftlich zur Teilnahme an einer Jungbürgerfeier eingeladen wurden ein Einziger (und das war kein “Eingeborener”) zum Vorbereitungsabend erscheint.
Inzing vollendet den Bau der sechsklassigen Volksschule mit einem Aufwand von 1,2 Millionen Schilling. Als in Inzing das alte Schulhaus gebaut wurde, da zählte die Gemeinde rund 900 Einwohner. Schon seit mehreren Jahren war es notwendig, zwei Klassen der Volksschule außerhalb des Schulhauses unterzubringen. Deshalb hat der Gemeinderat am 19. Februar 1958 beschlossen, eine neue Schule zu errichten. Das Haus wurde nach den Plänen des Oberbaurates Dipl.Ing. Jakob Walcher erbaut und am Sonntag, den 24. September geweiht. Bürgermeister Josef Haslwanter kann LR Adolf Troppmair, BH HR Dr. Nöbl, den Bezirks-schulinspektor Hugo Pahle und den Großteil der Einwohnerschaft von Inzing begrüßen. Für die musikalische Gestaltung sorgen die Musikkapelle, der Männerchor und ein Kirchenchor. Bei der Besichtigung des Hauses zeigen sich die Gäste sehr zufrieden und die Inzinger sind recht stolz auf das tadellos gelungene Werk. Der Kindergarten zieht nun in die freigewordene alte Volksschule um, und auch die Musikkapelle erhält dort ein neues Probelokal. Ludwig Walch erhält die Gewerbeberechtigung für den Einzelhandel mit Eisen- und Metallwaren. Nach dem vorläufigen Ergebnis der Volkszählung vom 21. März hat Inzing nun 1722 Einwohner, das sind um 201 mehr als 1951, 422 Haushalte (um 37 mehr) und die in zehn Jahren 108 gebauten Häuser erhöhen den Bestand auf 309. Ewald Puelacher erhält die Gewerbeberechtigung für ein Espresso (Cafe), Johann Riczky für eine Zinngießerei. Otto von Habsburg wird der Titel eines Ehrenhauptmanns der Inzinger Schützenkompanie wieder zuerkannt.

VS Eröffnung der Volksschule am 24. Sept. 1961 durch BH HR Dr. Nöbl