1953

Am 1. Jänner tritt die neue Gewerberechtsnovelle in Kraft, die “freies Gewerbe”, “gebundenes Gewerbe” und “handwerksmäßiges Gewerbe” unterscheidet. Paul Jordan meldet sein Gewerbe als Maler und Lackierer in Inzing an, Maria Egger einen Gemischtwarenhandel (Einzelwarenhandel). Eine Zwischenbilanz ziehen die Bürgermeister unseres Bezirkes nach 3 Jahren Amtszeit: Josef Haslwanter kann für unser Dorf über die Fertigstellung des neuen Gemeindehauses berichten (S 70.000), die Wasserleitung wird erneuert: Bassin und 1500 Meter Druckleitung, 500 Meter Wasserleitung im Dorf, die Kosten belaufen sich auf S 300.000,—, 1000 Robotschichten (Arbeitsschichten) müssen von der Dorfbevölkerung geleistet werden. 1000 Meter Dorfkanalisierung werden neu angelegt (S 40.000,—). Für die Staubfreimachung (Asphaltierung) der Ortsdurchfahrt mit Verbreiterung und Verbesserung der Straße war ein Gemeindebeitrag von S 45.000,— zu entrichten. Der Beitrag der Gemeinde für Wildbachverbauung (Enterbach und Lehnbachl) betragen S 105.000,—. Neu eingeteilt werden 1953 auch die Sanitätssprengel im Bezirk. Inzing gehört mit Zirl, Hatting und Pettnau zum Sanitätssprengel 16 (Zirl). Am 22. Juli badet der elfjährige Schüler Helmut Kirchmair aus Inzing im Inn. Als er dabei in die Strömung gerät und um Hilfe ruft, springt die Kriegswitwe und vierfache Mutter Maria Schlesinger sofort ins Wasser, um ihn zu retten, gerät dabei aber selbst in Lebensgefahr. Zum Glück hat aber auch der 21-jährige Otto Gastl die Hilferufe vernommen, springt entschlossen in den Inn, zieht Kirchmair, von dem noch der Kopf sichtbar ist, und Frau Schlesinger, die sich schon bewusstlos unter Wasser befindet, aus dem Inn. Gott sei Dank haben die sofort angestellten Wiederbelebungversuche bei Frau Schlesinger Erfolg, Otto Gastl wird damit zum zweifachen Lebensretter. Bei der Landtagswahl im Oktober, die von der ÖVP klar gewonnen wird (58,8%), geben 846 InzingerInnen gültige Stimmen ab. Bei der Gemeindeversammlung am 27. Dezember wird BM Haslwanter für 30-jährige ununterbrochene Gemeinderatstätigkeit durch Überreichung einer Ehrenurkunde der Landesregierung geehrt. 1953 löst Eugen Knabl Jakob Schreyer als Pfarrer ab. Neuer Schützenhauptmann nach Franz Kneissl (Soaler) wird Josef Neuner (Fasser).

Knabl Eugen Knabl (Ehrenbürger), Pfarrer von Inzing 1953–1987 Pfarrer Schreyer Pfarrer Jakob Schreyer in Inzing von 1915–1953 NeunerHptm. Pepi Neuner, 1953–1964